Immobilie vor dem Verkauf sanieren oder im Ist-Zustand verkaufen? Immobilien Hagl im Interview mit B304.

Eigentümer, die ihre Bestandsimmobilie verkaufen möchten, stehen vor der Frage: Lohnt es sich, vor dem Verkauf noch in eine Sanierung zu investieren, um einen besseren Preis zu erzielen? Oder lieber Zeit und Kosten sparen und so verkaufen wie sie ist. Darüber haben wir mit dem Geschäftsführer von Immobilien Hagl aus Vaterstetten gesprochen.

Herr Stoff-Riegel, wie schätzen Sie die Situation ein?

Das ist eine Frage, die uns Eigentümer gerade von älteren Bestandsimmobilien aus den 60er und 70er Jahren derzeit häufig stellen. Die naheliegende Annahme lautet oft: Wer vor dem Verkauf saniert, erzielt automatisch einen höheren Verkaufspreis. In der Praxis ist die Antwort jedoch differenzierter.

Das bedeutet?

Grundsätzlich kann eine Sanierung den Wert einer Immobilie steigern und den Kreis potenzieller Käufer erweitern. Modernisierte Immobilien wirken attraktiver, vermitteln einen gepflegten Eindruck und bieten Käufern die Möglichkeit, ohne größeren Aufwand einzuziehen. Insbesondere Maßnahmen wie die Modernisierung von Bad und Küche, neue Bodenbeläge oder energetische Verbesserungen können sich positiv auf die Vermarktung auswirken. Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht, ob der Verkaufspreis steigt, sondern ob die Investition vollständig über den höheren Verkaufspreis wieder hereingeholt wird. Genau das ist häufig leider nicht der Fall.

Können Sie uns hierzu ein Beispiel geben?

Viele Eigentümer unterschätzen die Kosten einer Sanierung. Wer beispielsweise 150.000 oder 200.000 Euro in eine umfassende Modernisierung investiert, erhält diesen Betrag beim Verkauf nicht automatisch zusätzlich zurück. Käufer bewerten Immobilien zwar nach ihrem Zustand, kalkulieren aber auch die allgemeine Marktlage, die Lage des Objekts und ihre eigenen Vorstellungen. Oft wird nur ein Teil der Investition durch einen höheren Kaufpreis honoriert. Hinzu kommt, dass viele Interessenten gezielt nach sanierungsbedürftigen Immobilien suchen. Sie möchten die Modernisierung nach ihren eigenen Wünschen umsetzen und sind bereit, dafür entsprechende Arbeiten einzuplanen. Ein frisch renoviertes Bad oder eine neue Küche entsprechen nicht zwangsläufig dem Geschmack des Käufers und werden deshalb nicht immer mit einem höheren Kaufpreis belohnt.

Was würden Sie Eigentümern raten?

Aus unserer Erfahrung lohnt sich eine umfassende Sanierung vor dem Verkauf nur in ausgewählten Fällen. Sinnvoll können kleinere Maßnahmen sein, die den ersten Eindruck verbessern: frische Anstriche, die Beseitigung offensichtlicher Mängel, eine professionelle Aufbereitung des Gartens oder kleinere Reparaturen. Solche Investitionen sind oft überschaubar und können die Vermarktung deutlich unterstützen.

Vor größeren Sanierungsmaßnahmen empfehlen wir jedoch immer eine individuelle Analyse. Dabei wird geprüft, welcher Verkaufspreis im aktuellen Zustand realistisch erzielbar ist und wie sich dieser nach einer Modernisierung entwickeln würde. Erst der Vergleich von Investitionskosten und möglichem Mehrerlös zeigt, welcher Weg wirtschaftlich sinnvoll ist.

Ihr Fazit:

Eine Sanierung vor dem Verkauf führt nicht automatisch zu einem höheren Gewinn. Zwar kann der Verkaufspreis steigen, doch die Kosten der Maßnahmen werden häufig nicht vollständig kompensiert.

Deshalb ist es in vielen Fällen wirtschaftlich sinnvoller, die Immobilie im bestehenden Zustand zu verkaufen und den Käufern die Gestaltung nach ihren eigenen Vorstellungen zu überlassen.

  9. Juni 2026
  Kategorie: Allgemein
© 2026 | A&V Immobilien Hagl GmbH
Ihr Immobilienmakler in Vaterstetten, Baldham, München und Umland
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